England 06/19

Reisebericht England

Ein Zufallsprodukt, weil Schweden nicht überzeugen konnte!

Intro

Ursprünglich hatten wir vor, dieses Jahr mal nach Skandinavien zu fahren. Norwegen war die erste Idee, die wir aber wieder verwarfen, die Entfernungen sind extrem und teuer ist es auch. Dann kam uns Schweden in den Sinn. Schnell zu erreichen und Ferienhäuser schienen erschwinglich zu sein. Wir hatten nur leider sehr bestimmte Vorstellungen, wie es dort aussehen sollte und wo wir hin wollten. Aber da war nichts zu finden und wir waren ein wenig frustriert bei der Suche. Auf einmal sagte Sabine dann: „Komm, lass uns nach England fahren, da habe ich richtig Lust drauf“. Na, da rannte sie offene Türen bei mir ein.

Ziemlich schnell waren wir uns einig, dass es wieder in den Norden nach Kirkby Lonsdale gehen sollte, aber diesmal nicht direkt im Millhouse Cottage, sondern im Ort, wo man auch schnell mal was einkaufen kann und diverse Restaurants und Cafes fussläufig erreichbar sind. Wir buchten bei unseren Hosts Julie und Stephen das Church Mews Cottage, mitten im Ort, unmittelbar am Kirchhof der Saint Marys Church gelegen.

 

Wir waren voller Vorfreude und sehr gespannt was uns erwartet und ob es uns genauso gefallen wird wie die Unterkünfte vorher.

Tag 1 (Anreise)

Gut geplant ist halb gewonnen, sagt man ja gerne. Man hätte nur dran denken sollen, dass dieses Wochenende Pfingsten ist! Ich hatte schlechte Erinnerungen von vor über 10 Jahren, wo ich am Pfingstwochenende im Ruhrpott feststeckte. Das sollte nicht wieder passieren und wir haben uns deshalb richtig früh aus dem Bett gequält (um 4 Uhr) und sind kurz vor 5 Uhr losgefahren. Die Idee war, nicht die Standardstrecke über A1 Richtung Venlo zu fahren, sondern schon vor Osnabrück nach Holland abzubiegen. Haben wir so gemacht und das war absolut genial. Keine Staus, kein Stress, alles lief wie gewünscht. Ausnahme war diesmal Belgien, diverse Baustellen kosteten uns eine halbe Stunde auf die Gesamtzeit, also echt zu verschmerzen. Da wir die Fähre erst um 20 Uhr gebucht hatten, waren wir so gut in der Zeit, dass wir in Dünkirchen noch ein Weilchen bummelten und nach der langen Autofahrt die Füße vertraten. Ich wusste, dass man auch eine Fähre früher nehmen kann und so gingen wir schon auf die 18 Uhr Fähre und erreichten nach 2 Stunden Dover, wo wir die Uhren eine Stunde zurückstellen konnten. Jetzt noch eine Stunde bis Maidstone, wo unsere erste Übernachtung in England gebucht war.

 

Der Tag war insgesamt wirklich sehr entspannt, überwiegend gutes Wetter und das Timing war perfekt. So kann es morgen weiter gehen. Wir waren früh im Bett und wollten um 6 Uhr wieder los…

Tag 2 (Anreise)

Heute war uns wichtig, schnell an London vorbei zu kommen, da hier immer viel Verkehr ist und Staus nicht unüblich. Da wir gut in der Zeit waren, hatten wir keine Probleme das zu realisieren und waren nach 2 Stunden, jetzt nördlich von London, hungrig und hielten an einer der tollen englischen Raststätten. Wir gönnten uns ein „English Breakfast“ und freuten uns über die gute Stimmung, die hier herrschte. Einzig das Wetter spielte auf der Insel nicht mit und es goss zum Teil in Strömen. Aber wir kamen super voran, keine Staus oder Störungen und schon um halb zwei Uhr waren wir am Ziel angekommen. Das Cottage zu finden bereitete uns kleine Probleme, da ich in der Beschreibung etwas fehlinterpretierte, aber „finally we got there“. Ein süsses, altes Haus, alles krumm und schief, alt eben. Aber niedlich und geschmackvoll eingerichtet, wie wir es auch den anderen Cottages kennen. Wir fühlten uns auf Anhieb wohl und gingen, nachdem wir das Auto ausgeräumt hatten, in den Ort um noch etwas zu essen. Wir gönnten uns eine weitere englische Spezialität „Tea, scons and clotted cream“. Lovely!

Ja, das war die Anreise und wir waren glücklich, dass alles so gut geklappt hat. Hätte ja auch anders kommen können!

 

Morgen soll das Wetter ganz gut sein, so dass wir eine kleine Wandertour machen wollen. Alles Weitere dann morgen.

Tag 3

Kaum zu glauben, aber nach dem verregneten Vortag, schien uns heute Morgen die Sonne ins Schlafzimmer. Es sollte eigentlich erst gegen Mittag besser werden, aber wir nahmen es gern auch so. Zum Frühstück wollte ich mir dann beim Bäcker schöne Brötchen, mit Körnern z.B., holen, aber sowas kennen die hier nicht. Da gibt es nur diese weichen Dinger, die wie Hotdog-Brötchen aussehen. Tja, dann also nur Croisants und Scons gekauft und wieder zurück. Nach dem Frühstück haben wir noch kurz ein paar Sachen eingekauft (Supermarkt hat natürlich auch Sonntags offen) und sind dann Richtung Ingleton gefahren, um hoch zum Limestone Pavement zu laufen. Das hatte ich aus dem Vorjahr noch gespeichert und wir waren dann auch dreieinhalb Stunden zu Fuß unterwegs. Bisschen fotografieren, Timelapse aufnehmen und picknicken, die Zeit verging recht schnell. Leider war es richtig windig und auch kühl (so um die 12 Grad), aber die Sonne kam immer wieder mal raus und die Temperaturen gingen auf 16 Grad hoch. Die Engländer liefen dann auch gleich in T-Shirt und kurzen Hosen rum (Männlein wie Weiblein) als wenn 25 Grad herrschen würden. Wir guckten die verdutzt an, die uns (wegen der dicken Jacken), war schon irgendwie lustig anzusehen.

 

Ok, das war der erste Tag vor Ort und wir haben es einfach gut getroffen…

Tag 4

Kurz vorweg, bei den Bildern vom Vortag gab es noch Änderungen! Just have a look…

Für heute war ein wenig Regen angesagt, der kam aber einfach nicht. Wir waren nicht verärgert darüber. Wir wollten ein wenig mehr Wandern als gestern, also fuhren wir ins Dentdale um vom Viadukt aus loszugehen. Eine bestimmte Tour hatten wir nicht, daher sind wir einfach drauf los gewandert. Etwas über drei Stunden wurden es auch heute, 8,5 km und 350 hm insgesamt. Für Wanderprofis kein Ding, für uns ganz ordentlich und die Beine haben wir dann auch am Ende gespürt. Gestern waren wir ja auch schon 6,5 km und 200 hm gelaufen und wir gewöhnen uns ja noch.

 

Morgen wollen wir Ausspannen, hoffentlich gelingt uns das auch! 

Tag 5

Today was a day off! Yeah…

Urlaub kann ja so anstrengend sein, daher sind wir in unserem gemütlichen Cottage geblieben. Nur kurz was eingekauft, bisschen was gegessen und einen Spaziergang am Ort gemacht. Eigentlich sollte es heute seit Mittag ordentlich Regen geben, bis 18 Uhr passierte jedoch nichts. Na egal, wir haben es uns hier gut gehen lassen!

 

Abwarten wie morgen das Wetter wird und was man so machen kann…

Tag 6

Jedes Tal ein anderes Wetter!

Der Wetterbericht zeigte uns an, das es hier in Kirkby Lonsdale erst am späten Nachmittag regnen solle. Wir planten einen Walk in West Burton, wo auch ein Wasserfall ist. Also Sachen gepackt und los. Aber wie oben schon angemerkt, am Ziel fieselte es die ganze Zeit. Wir haben uns nicht abhalten lassen und erstmal losgelegt am Wasserfall. Nach 2 Stunden gingen wir in einen Pub um einen Tee zu trinken (ein bisschen aufwärmen) und da uns der Hunger packte, gab es dann einen „homemade Angus-Burger“. Lecker! Wir beschlossen den Walk zu streichen und haben statt dessen nochmal 2 Stunden am Wasserfall weitere Fotos und Timelapse erstellt. Zufrieden machten wir uns dann gegen 16 Uhr auf den Heimweg. In KL (Kirkby Lonsdale) hatte es nicht geregnet!!!

 

Ok, dann sehen wir morgen weiter…

Tag 7

Shopping!

Riesige Regengebiete türmten sich hier im nördlichen Teil der Dales und des Lake Districts. Was tun? Shoppen gehen wäre eine Idee. Die nächstgrößere Stadt hier ist Lancaster, die ist aber langweilig. Also beschlossen wir nach Leeds zu fahren, dort gibt es wohl einige Einkaufsmöglichkeiten. Und tatsächlich, die eineinhalb Stündige Fahrt hatte sich gelohnt. Eine wunderschöne, mit viktorianischen Gebäuden gespickte Innenstadt lud zum bummeln ein. Wir verbrachten den ganzen Nachmittag dort und hatten wieder einen tollen Tag.

 

Hoffentlich wird das Wetter morgen wieder besser für eine Wanderung oder Fototour…

Tag 8

An der Leistungsgrenze! (Oder darüber hinaus).

Über die Dales (bedeutet übrigens „weites Tal“) zog wieder einiges an Regen, aber im Lake District sollte es trocken bleiben. Daher suchten wir uns eine Wandertour zum „Scafell Pike“, dem höchsten Berg Englands aus. Knapp 1000 m hoch (genau 978) sollte die Tour nur 4 km bis nach oben sein, was wir übersehen hatten. Ein extrem steiler und anstrengender Anstieg erwartete uns und brachte uns letztlich an unsere Grenzen. Nicht unbedingt konditionsbedingt, eher die körperlichen Problemchen wie Knie und Hüfte waren der Anstrengung irgendwann nicht mehr gewachsen. So taten wir das einzig Richtige, wir brachen nach 500 hm ab und machten uns wieder an den Abstieg, der es auch in sich hatte. Wackelige Knie und Beine waren das Ergebnis am Ende der Tour. Trotzdem war es eine wirklich tolle Tour und Erfahrung, auch wegen der Ausblicke und des fantastisch gelegenen Wasserfalls bei 250 hm. Den werden wir für eine Fototour noch einmal besuchen, wenn das Wetter mitmacht.

 

Morgen werden wir uns von den Strapazen ausruhen, am Ort Kaffee trinken gehen und noch einen Spaziergang machen…

Tag 9

Lazy day!

Wir sind im Ort geblieben, haben nur einen schönen Cappucino getrunken und faul abgehangen. Ich habe den Blog nachbereitet und das war auch schon alles.

Morgen wird wieder mehr los sein…

Tag 10

Fototour!

Das Wetter war hier am Ort eher nicht so toll, also sind wir losgefahren zum „Kisdon Force Waterfall“. Auf dem Weg dorthin trafen wir auf viele englische Oldtimer, die an einer Rally teilnahmen. Schöne Teile waren dabei! Am Ziel wollten wir ursprünglich einen Rundgang machen, kam aber anders. Es war Regen für das Gebiet angesagt, kam aber anders! Daher verbrachten wir den ganzen Nachmittag am Fluß und haben lieber Fotos gemacht. Die Sonne kam raus und es wurde endlich mal wärmer, schätze so 16 Grad. Sehr angenehm. Gegen 15 Uhr machten wir uns auf den Heimweg, weil wir eine Tischreservierung im Restaurant gegenüber unseres Cottages hatten. Dort haben wir lecker gegessen und danach den Abend eingeläutet.

 

Jetzt haben wir nur noch 4 Tage vor Ort, mal sehen, was wir noch machen wollen…

Ach ja, der Junge stand bis zum Hintern im eiskalten Wasser, echt englisch eben!

Tag 11

Rundfahrt durch den Lake District!

Wir waren dieses Mal wenig im Lake District, daher machten wir eine ausgedehnte Fahrt durch den National Park. Erst waren wir nochmal am Wast Water, gegenüber dem Scafell Pike, den wir schon am Tag 8 anfuhren. Hier haben wir in dem schönen INN einen Tee getrunken, bevor wir ausgiebig auf Fotojagd gingen. Nachdem wir das ganze Tal abgefahren hatten und am See ein Picknick gemacht haben, fuhren wir nach Grasmere, wo es das lengendäre „Ginger Bred“ gibt. (Sabine liebt es!). Um dort hinzukommen, überquerten wir die beiden bekannten Pässe, Hardknott und Wrynose, wo atemberaubende Steigungen und Abfahrten mit 30% Gefälle einen fast schwindelig werden ließ. Man muss das echt mal gemacht haben, hier im Lake District die schmalen Straßen abfahren, es so total anders als auf dem Kontinent! In Grasmere gönnten wir uns neben dem Ginger Bred noch einen Cream Tea, bevor wir uns auf den Weg nach Hause machten.

 

Das war wieder mal ein gelungener Tag mit vielen tollen Eindrücken und Bildern…

Tag 12

Wandertag!

Eine Wandertour wollten wir auf jeden Fall noch machen, also suchten wir uns mal was Einfaches aus. Eine kleine Tour durch das Tal zwischen den Bergen „Whernside“ und „Ingleborough“, ungefähr 10 km, nicht sehr anspruchsvoll. Der Start war am „Ribblehead Viaduct“, wo man einen guten Parkplatz hat und nach der Wanderung einen heißen Tee bekommt. Wir starteten also nach der Beschreibung, die am Anfang auch noch einfach und klar war, hatten aber schon nach 2 km Probleme, die genannten Stellen wieder zu finden. Also gingen wir nach eigenem Gusto durch das Tal, verlaufen konnte man sich hier nicht. Das war vielleicht auch genau richtig so, denn wir fanden ein total idyllisches Plätzchen an einem Bach, total abgeschieden und ruhig, wo wir uns einige Zeit aufhalten konnten und die inzwischen herausgekommene Sonne geniessen. Das war jedenfalls das Highlight der Tour und wir maschierten dann weiter. Gegenüber dem Berg „Ingleborough“ machten wir dann unser übliches Picknick und danach auf den Weg zurück zum Viaduct. Nach dreieinhalb Stunden und knapp 10 km gönnten wir uns dann den Tee vom Teewagen, der dort immer steht.

 

Das beste Wetter bis jetzt, mit Temperaturen bis 19 Grad begleiteten uns, so kann es bleiben…

Tag 13 + 14

Die letzten beiden Tage waren wir faul, haben nur kleine Spaziergänge gemacht, noch einen englischen Klassiker gegessen, „Fish & Chips“ und einen kleinen niedlichen Ort besucht, um ein wenig zu Bummeln. Sabine hat in „Hawes“ dann auch gleich wieder zugeschlagen und eine tolle Jacke und Deko-Artikel erworben. Zuletzt mussten wir natürlich auch unsere Sachen packen, damit wir dann am Freitag Richtung Heimat starten konnten.

 

Das war wieder ein toller Urlaub hier im Norden Englands und ich empfehle jedem, hier mal herzufahren!

Tag 15 (Rückreise)

Wir sind um 8 Uhr aufgebrochen zu unserem Zwischenziel Maidstone, wo wir wieder eine Übernachtung, wie auf dem Hinweg, haben. Bis zum London Orbital (der grosse Autobahnring um London herum) ging alles ganz gut. Auf dem Orbital hatten wir dann kleinere Störungen, die aber zu wenig Verzögerung führten. Als wir dann dort runter auf die M26 kamen, hat uns ein fetter Stau, verursacht von zwei Unfällen, kurz vor dem Ziel (10 km) ausgebremst und eine volle Stunde gekostet. Das hätte wirklich nicht sein müssen, oder? Ok, war nicht so schlimm, da wir keinen Zeitdruck hatten.

 

Morgen geht es dann ganz früh nach Dover zur Fähre, wir wollen eine früher fahren, schon um 6 Uhr!

Tag 16 (Rückreise)

Abschluß!          

Wie geplant sind wir um 4 Uhr aufgestanden, waren um 5 Uhr an der Fähre und wurden auf die 6 Uhr Fähre nach Dünkirchen umgebucht. Schon hatten wir 2 Stunden gewonnen und waren letztlich dann auch nicht  so ganz spät zu Hause. Gegen 19 Uhr, also nach ca. 10 Stunden Fahrzeit auf dem Festland hatten wir es geschafft. Keine Staus oder größere Störungen haben uns die Fahrt vermiest und uns heil nach Hause kommen lassen.

Resümee: das war ein toller, echt englischer Urlaub mit allem was dazugehört und wie wir es uns wünschen. Machen wir wieder!

Also bis zur nächsten Reise Eure

 

Sabine und Steffen